Grundrente. Berechnungsbasis: Entgeltpunkte

Sie haben Ihren Rentenbescheid zur Hand? Grundrentenanspruch haben Sie erst ab 33 anrechenbaren Jahren (rentenversicherungspflichtige Zeit + Kindererziehungs- oder Pflegezeit) zum Zeitpunkt der Verrentung.Tragen Sie nur die Entgeltpunkte von 0,3 bis 0,8 in die Liste ein. Die Jahresziffer ist nur eine Zählgröße.

Wählen Sie Ihren Arbeitsort (unterschiedlicher Rentenwert Ost/West)!
Die Berechnung erfolgt automatisch bei der Eingabe der Entgeltpunkte. In der letzten Tabellenzeile wird die summierte Grundrente angezeigt.

Wenn kein Rentenbescheid vorliegt, sollten Sie den einfachen Grundrenten-Rechner verwenden, der den Anspruch aus dem Bruttoeinkommen überschlägig errechnet.

Anrechenbare Zeit

Arbeitsort

 Jahr  Entgeltpunkte  Grundrente 
 Jahr  Entgeltpunkte  Grundrente 

Wenn Sie weitere Einnahmen haben (Grenzwerte beachten), kann die Grundrente gekürzt werden!

Fragen - Antworten

  • Wer hat Anspruch auf Grundrente?
    Es müssen mindestens 33 Jahre Rentenversicherungszeiten vorliegen. Zu diesen Zeiten zählen die Beitragszeiten, Kindererziehungs- und Pflegezeiten.

  • Wie hoch ist die Grundrente?
    Sie beträgt maximal 404,95 € in den alten Bundesländern und 390,60 € in den neuen Bundesländern. Die Höhe ist gestaffelt und erreicht mit 35 Jahre den Höchstwert.
    Beispiel: Ein Bruttoeinkommen (heute) von 2000 € mit einem Erwerbsleben über 45 Jahre ohne Brüche ergibt eine Bruttorente von 880 € und eine zusätzliche Grundrente von 211 €. Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge verbleiben 969 €.

  • Welche Einkommensgrenzen gelten?
    Uneingeschränkt erhält man die Grundrente bei Einkommen bis 1.250 € (ledig) und 1.950 € (verheiratet). Zu den Einkommen zählt auch die "normale" Rente und die Witwenrente.

  • Ab wann gibt es die Grundrente?
    Sie wird ab dem 1.Januar 2021 gezahlt.

  • Muss die Grundrente beantragt werden?
    Es ist keine Beantragung notwendig.

  • Wie wird die Grundrente finanziert?
    Die Finanzierung erfolgt nicht aus Mitteln der Deutschen Rentenversicherung, sondern aus Steuermitteln. Veranschlagt sind 1,3 Milliarden pro Jahr.

Kinderberücksichtigungszeit

Kindererziehungszeiten werden bei den Grundrentenjahren berücksichtigt. Für jedes Kind werden 10 Jahre angerechnet. Wenn Sie also Kinder haben und 25 Jahre rentenversicherungspflichtig beschäftigt waren, haben Sie auch einen Anspruch auf Grundrente.
Bei zwei Kindern, 1975 und 1980 geboren, ist die Kinderberücksichtigungszeit 1975 bis 1990, also 15 Jahre!

Berechnungsgrundlage

Für jedes Arbeitsjahr werden Entgeltpunkte (EP) ermittelt. EP = Bruttoeinkommen / Durchschnittseinkommen. Im Jahr 2020 ist im Westen das Durchschnittseinkommen 40.551 € (vorläufiger Wert) und der Rentenwert 33,05 €
In die Berechnung der Grundrente fließen nur Zeiten ein, in denen man zwischen 30% und 80% des Durchschnittseinkommen verdient hat. Das wären Monateinkommen von 1.013 € bis 2.703 €.

Wer in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt und mit Erwerbstätigkeit und anrechenbaren Zeiten auf mindesten 33 Jahre kommt, kann Grundrente erhalten. Anrechenbare Zeiten sind rentenrechtliche Zeiten wegen Bezug von Leistungen bei Krankheit und Zeiten wegen Pflege und Kindererziehung.

  • 33 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,4
  • 34 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,6
  • 35 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,8
Wenn Sie in 35 Jahren die Hälfte des Durchschnittseinkommen verdient haben, hätten Sie 35x0,5 EP=17,5 EP und damit 578 € Rente für den Zeitraum. Bei der Grundrente werden die jährlichen 0,5 EP verdoppelt, aber auf 0,8 EP begrenzt. Die zusätzlichen Rentenpunkte ergeben sich aus der Differenz, also 0,8 EP minus 0,5 EP gleich 0,3 RP. Von diesem Wert werden 12,5% abgezogen. 0,3 EP x 0,875 ergeben 0,2625 EP für die Grundrente. Bei 35 Jahren rentenversicherungspflichtiger Zeit sind es 35x0,2625 EP= 9,19 Rentenpunkte. Daraus entsteht 2020 eine Grundrente von 304 €.

Mindestlohn und Grundrente

Wenn Sie einen Mindestlohn von 9,19 € bekommen, haben Sie bei 40 Arbeitsstunden pro Woche ein Jahreseinkommen von 19.116 €. Mit diesem Einkommen erzielen Sie jedes Jahr 19.116 € / 40.551 € = 0,4714 Entgeltpunkte. Nach 45 Jahren hätten Sie damit eine Rente von 0,4714 x 45 x 33,05 € = 701 € erarbeitet ... in der heutigen Zeiten (Mietkosten) nicht sehr viel. Sie müßten Grundsicherung beantragen, obwohl Sie in Ihrem Arbeitsleben mit Arbeitgeberanteil 160.000 € in die Rentenkasse eingezahlt hatten!
Mit der Grundrente hätten Sie eine Aufstockung um 333 € und kommen auf 1034 € (brutto), entsprechend 917 € (netto).

Einkommensüberprüfung

Nebeneinkommen werden auf die Grundrente angerechnet. Für diese Einnahmen gibt es Freibeträge. 1.250 € (ledig) und 1.950 € (verheiratet) haben keine Auswirkung auf die Grundrente. Einkünfte darüber bis 1.600 € (ledig) und 2.300 € (verheiratet) werden mit 60% auf die Grundrente angerechnet. Einkünfte über diesen Werten werden mit 100% angerechnet.
Die Einkommensüberprüfung erfolgt auf Grundlage der Finanzamtsdaten. Wenn Sie also neben der Rente z.B. noch Mieteinahmen (die immer steuerlich ausgewiesen werden müssen) haben, werden diese Einnahmen, wenn Sie den Freibetrag übersteigen, anteilig von der Grundrente abgezogen.

Ein Sparkonto mit z.B. 100.000 € hat keine Relevanz.

Stichworte: Berechnungsbasis, Grundrente, Berechnung aus Entgeltpunkten

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