Grundrente, Geringverdiener.

Profitieren Sie von der geplanten Grundrente ab 2021? Brauchen Sie nach der Einführung keine Grundsicherung mehr und ersparen Sie sich den (unangenehmen) Behördengang? Das Streitthema Bedürftigkeitsprüfung wurde am 10.11.2019 beigelegt. Die Grundrente wird bis zu einem monatlichen Einkommen von 1250 € für Alleinstehende und 1950 € für Paare ungekürzt gezahlt. Das Einkommen ist das zu versteuernde Einkommen (Mieteinnahmen, private Renten ...). Rentenversicherung und Finanzbehörden werden entsprechende Daten austauschen.

Eckdaten:

  • 33 Beitragsjahre sind die Voraussetzung für den Anspruch auf Grundrente
  • Kindererziehung und Pflegezeiten von Angehörigen werden angerechnet
  • Anspruch haben auch bestehende Rentenbezieher
  • Wohneigentum und Vermögen werden nicht angerechnet
  • Es wird eine Einkommensprüfung vorgenommen (steuerlich relevante Einnahmen)
Berechnen Sie Ihre Rente mit dem Grundrenten-Rechner. Alle Einnahmen sind Bruttowerte!
Ihre Angaben
Beitragspflichtiges Bruttoeinkommen
€ / Jahr
Erwerbstätigkeit
Jahre
Kinderberücksichtigungszeit
Jahre
Arbeitsort

Familienstand

Weitere Einnahmen
€ / Monat
Ihr Ergebnis
Gesetzliche Rente

Grundrente

Bruttorente

Kranken- und Pflegeversicherung

Nettorente

Monatliches Gesamteinkommen
nach Verrentung

Rahmendaten West / Ost

Bemessungsgrenze Rentenversicherung:
Durchschnittseinkommen:
Rentenwert:
Berechnungsbasis
Ihre Rentenpunkte pro Jahr:
Aufstockung:

Kinderberücksichtigungszeit

Kindererziehungszeiten werden bei den Grundrentenjahren berücksichtigt. Für jedes Kind werden 10 Jahre angerechnet. Wenn Sie also Kinder haben und 25 Jahre rentenversicherungspflichtig beschäftigt waren, haben Sie auch einen Anspruch auf Grundrente.
Bei zwei Kindern, 1975 und 1980 geboren, ist die Kinderberücksichtigungszeit 1975 bis 1990, also 15 Jahre!

Berechnungsgrundlage

Für jedes Arbeitsjahr werden Entgeltpunkte (EP) ermittelt. EP = Bruttoeinkommen / Durchschnittseinkommen. Im Jahr 2020 ist im Westen das Durchschnittseinkommen 40.551 € (vorläufiger Wert) und der Rentenwert 33,05 €
In die Berechnung der Grundrente fließen nur Zeiten ein, in denen man zwischen 30% und 80% des Durchschnittseinkommen verdient hat. Das wären Monateinkommen von 1.013 € bis 2.703 €.

Wer in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt und mit Erwerbstätigkeit und anrechenbaren Zeiten auf mindesten 33 Jahre kommt, kann Grundrente erhalten. Anrechenbare Zeiten sind rentenrechtliche Zeiten wegen Bezug von Leistungen bei Krankheit und Zeiten wegen Pflege und Kindererziehung.

  • 33 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,4
  • 34 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,6
  • 35 Jahre: Aufwertung der jährlichen Entgeltpunkte zwischen 0,3 und 0,8
Wenn Sie in 35 Jahren die Hälfte des Durchschnittseinkommen verdient haben, hätten Sie 35x0,5 EP=17,5 EP und damit 578 € Rente für den Zeitraum. Bei der Grundrente werden die jährlichen 0,5 EP verdoppelt, aber auf 0,8 EP begrenzt. Die zusätzlichen Rentenpunkte ergeben sich aus der Differenz, also 0,8 EP minus 0,5 EP gleich 0,3 RP. Von diesem Wert werden 12,5% abgezogen. 0,3 EP x 0,875 ergeben 0,2625 EP für die Grundrente. Bei 35 Jahren rentenversicherungspflichtiger Zeit sind es 35x0,2625 EP= 9,19 Rentenpunkte. Daraus entsteht 2020 eine Grundrente von 304 €.


Neben der Grundrente können Sie auch weitere Einnahmen, z.B. Mieteinnahmen haben. Für diese Einnahmen gibt es Freibeträge. 1.250 € (ledig) und 1.950 € (verheiratet) haben keine Auswirkung auf die Grundrente. Einkünfte darüber bis 1.600 € (ledig) und 2.300 € (verheiratet) werden mit 60% auf die Grundrente angerechnet. Einkünfte über diesen Werten werden mit 100% angerechnet.

Rentenbescheid liegt vor!

Der Rechner setzt eine Gehaltsentwicklung ohne große Sprünge voraus. Wenn die Einkommen stark schwanken ist das Ergebnis deshalb ungenau.
Eine genaue Berechnung erhalten Sie, wenn ein Rentenbescheid vorliegt. In meiner Auflistung der Entgeltpunkte geben Sie die jährlichen Entgeltpunkte ein und der Grundrentenanspruch jedes Jahres und die gesamte Grundrente werden berechnet.

Mindestlohn und Grundrente

Wenn Sie einen Mindestlohn von 9,19 € bekommen, haben Sie bei 40 Arbeitsstunden pro Woche ein Jahreseinkommen von 19.116 €. Mit diesem Einkommen erzielen Sie jedes Jahr 19.116 € / 40.551 € = 0,4714 Entgeltpunkte. Nach 45 Jahren hätten Sie damit eine Rente von 0,4714 x 45 x 33,05 € = 701 € erarbeitet ... in der heutigen Zeiten (Mietkosten) nicht sehr viel. Sie müßten Grundsicherung beantragen, obwohl Sie in Ihrem Arbeitsleben mit Arbeitgeberanteil 160.000 € in die Rentenkasse eingezahlt hatten!
Mit der Grundrente hätten Sie eine Aufstockung um 333 € und kommen auf 1034 € (brutto) entsprechend 917 € (netto) ... besser, aber vermutlich nicht ausreichend bei den heutigen Miet- und Energiekosten!

Einkommensüberprüfung

Am 10.11.2019 haben sich CDU und SPD beim Thema Bedürftigkeitsprüfung endlich geeinigt. Die Bedürftigkeitsprüfung ist vom Tisch, statt dessen gibt es eine Einkommensüberprüfung auf Grundlage der Finanzamtsdaten. D.h. ein Sparkonto mit z.B. 100.000 € hat keine Relevanz. Wenn Sie aber neben der Rente z.B. noch Mieteinahmen (die immer steuerlich ausgewiesen werden müssen) haben, werden diese Einnahmen, wenn Sie den Freibetrag übersteigen, anteilig von der Grundrente abgezogen.

Stichworte: Respektrente, Grundrente, SPD, CDU, Onlinerechner, Geringverdiener

Grundrente versus Grundsicherung

Die Grundrente ist ein Nullsummenspiel! Mit meinem Rechner zur Grundsicherung können Sie es nachrechnen.
Wie sagt man: "der Berg kreißte und gebar eine Maus".
Es ist schon erstaunlich, wie diese schwache Leistung in den Medien hochgespielt wird. Die Grundrente hat nur einen Vorteil, wer eine geringe Rente hat, muss nicht mehr zum Amt laufen ... arm bleibt er trotzdem.
Im Prinzip hat man die Grundsicherung nur in Respektrente umbenannt. Mit dieser Minimalleistung sollten sich SPD und CDU (beide im Sinkflug) nicht brüsten!
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