Frugalismus, Minimalismus, Auszeit vor Renteneintritt

Frugalisten sparen einen (großen) Teil des Einkommens um früher in Rente gehen zu können. Im Internet findet man viele Artikel zu diesem Thema. Dabei sind auch Aussagen, wie z.B. sparen und mit 40 Jahren in Rente gehen. Wer mit 40 Jahren "in Rente geht" hat faktisch nur 20 Jahre in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt, es fehlen die Einzahlungen für 28 Jahre!
Ein Durchschnittsverdiener mit 3500 € hätte dann mit 68 Jahren eine Nettorente von ca. 600 €. Der Ertrag der Kapitalanlage muss folglich nicht nur ein erträgliches Leben in den 28 Jahre ohne Arbeitseinkommen ermöglichen, sondern auch die Nettorente bis zum Tode aufstocken.
In Beispielrechnungen werden die Anlagezinsen gerne zu hoch angesetzt und die Inflationsrate ignoriert.

Mein Rechner hat einen realistischen Ansatz. Sie können eine Auszeit von 1 bis 10 Jahren vor Renteneintritt wählen. Das Kapital wird in der Auszeit vollständig aufgebraucht. Ergebnis der Berechnung ist der monatlich mögliche Entnahmebetrag und (wichtig) die Kaufkraft dieses Betrags zum Nutzungszeitpunkt.
Die Anlagerendite sollte nicht zu hoch kalkuliert werden, die Inflationsrate ist mit 2% z.Zt. realistisch.

Frugalisten-Rechner
Ihre Angaben
Auszeit vor Renteneintritt


Ihr aktuelles Alter
Monatlicher Sparbetrag
Altersrente mit
Anlagerendite (Sparphase)
%
Inflationsrate 
%
Ihr Ergebnis
Sparphase

Ansparsumme

Kaufkraft


Monatlicher Entnahmebetrag in der Auszeit

Kaufkraft

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Haushaltsrechner Welche Sparrate ist möglich?

Beispiel

Sie haben ein durchschnittliches Bruttomonatseinkommen von 3.000 €, 43 Jahre bis Renteneintritt (mit 67 Jahren) und wollen mit 64 Jahren vorzeitig in Rente gehen. Ihre Rentenerwartung mit 67 Jahren wäre 1.274 €. Wenn Sie 3 Jahre vorzeitig verrentet werden, fehlen drei Jahre Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung und Sie haben eine Rentenerwartung von 1.185 €. Davon sind 10,8% Abschlag (0,3% pro Monat) abzuziehen. Sie erhalten folglich lebenslang nur 1.057 €!

Gleiche Bedingungen, aber Sie gönnen sich eine Auszeit von 3 Jahren und gehen dann mit 67 Jahren ohne Abschlag in Rente. Der Rentenabschlag entfällt und Sie bekommen eine Rente von 1.185 €. Bei einer Rentenbezugszeit von 20 Jahren hätten Sie einen Gewinn von 30.720 € wegen Wegfall des Abschlags!

Krankenversicherung

Wer kein Einkommen hat und keine Familienversicherung möglich ist, muss sich freiwillig gesetzlich versichern. Die Krankenkasse verlangt einen Mindestbeitrag. Für die Versicherung wird ein fiktives Monatseinkommen von 1.096,67 € festgelegt. Mit einem KV-Beitrag von 14,6%, Zusatzbeitrag 1,3%, Pflegeversicherung 3,05% werden monatlich 207 € fällig.

Inflation

Wer Rücklagen bildet, muss die Inflation beachten! Wer z.B. über den Zeitraum von 20 Jahren monatlich 200 € zurücklegt, hat ohne Verzinsung ein Kapital von 48.000 € angespart. Bei einer Inflationsrate von 2% (statistisch realer Wert) ist die Kaufkraft aber nur 32.302 €, das ist ein Wertverlust von 32,7%.
Bei einer Anlageverzinsung von 2% wäre logischerweise kein Wertverlust. Aktuell ist eine Worst-Case Betrachtung (keine oder kleine Zinsen) sinnvoll.

Frugalismus in Reinkultur

Mein Rechner berechnet eine monatliche Sparsumme die notwendig ist um eine Auszeit vor dem Renteneintritt zu nehmen. Realistisch sind dabei natürlich nicht 30 Jahre sondern vielleicht 5 Jahre.

Im einleitenden Text stand die Aussage von Frugalisten, sparen und mit 40 in Rente gehen. Mit drei Rechnern in meinem Finanzportal können Sie diese Hypothese nachrechnen.

Die Werte in Klammern sind mit Abgeltungsteuer!

  • Sparrechner
    Annahme: der Frugalist hat bereits in jungen Jahren ein mittleres Nettoeinkommen von 3.000 €, entspricht etwa 5.000 € brutto (nicht schlecht!). Davon benötigt er nur die Hälfte zum Leben und spart in eine Anlageform mit 5% Rendite monatlich 1.500 €.
    Nach 20 Jahren, dann ist er 40 Jahre alt, hat er ein Vermögen von 611.306 € (534.844 €).
  • Entnahmeplan
    Der nun 40 jährige Frugalist muss sein Leben bis zum Tode aus diesem Kapital bestreiten. Eine Lebenserwartung von dann noch 50 Jahren ist realistisch. Wenn er älter wird kann er Grundsicherung beantragen ;-)
    Wenn man mit dem Entnahmeplan-Rechner und dem Anlagekapital von 611.306 € (534.844 €) und einer weiteren Verzinsung von 5% rechnet, kommt man bei einer Entnahme über 50 Jahre auf einen monatlichen Entnahmebetrag von 2.718 € (1.942 €).
  • Inflationsrechner
    2.718 € (1.942 €) haben bei Beginn der Entnahme, bezogen auf heute, eine Kaufkraft von 1.829 € (1.306 €).
    Zusätzlich zum Entnahmebetrag erhält er bei Verrentung allerdings eine Sozialrente mit einer Kaufkraft von ca. 500 €, siehe Rentenschnellrechner. Damit kann man dann leben!

Extreme Frugalisten, siehe "mit 40 in Rente", müssen ein sehr gutes stabiles Einkommen haben. Wer heute 5.000 € brutto hat und dann von 1.500 € leben will, ist schon sehr mutig... und vermutlich ledig. Eine Lebensplanung über 50 Jahre ist unsicher, weil die notwendigen hohen Renditen über lange Zeiträume nicht kalkulierbar sind.

Stichworte: frugalismus, minimalismus, auszeit, frugalisten-rechner, sparen und vorzeitig in Rente gehen