Betriebliche Altersvorsorge, bAV, Rentenverlust berechnen

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist die Entgeltumwandlung die am häufigsten anzutreffende Finanzierung. Hierbei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Einkommens zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung. Fast jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) bis zu 8% des Betrags der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Durch die fehlenden Einzahlungen in die "Rentenkasse" entsteht später ein dauerhafter monatlicher Rentenverlust!

bAV-Rentenverlust
Ihre Angaben
Monatlicher Beitrag
betriebliche Altersvorsorge
Eigenleistung
(Entgeltumwandlung)
Arbeitgeberzuschuss 15%

Zeitraum 
Jahre
Rentenanpassung

Arbeitsort

Ihr Ergebnis
Fehlendes maßgebliches Bruttoeinkommen
(gesetzliche Rentenversicherung)

Fehlende Entgeltpunkte

Rentenwert bei Verrentung

Monatlicher Rentenverlust
(gesetzliche Rentenversicherung)

Rahmendaten West / Ost

Bemessungsgrenze Rentenversicherung:
Durchschnittseinkommen:
Rentenwert:
Da die Entgeltumwandlung steuerliche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt (keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben in der Ansparphase), ist diese Variante scheinbar sehr vorteilhaft. Aber lohnt es sich wirklich? Durch die Entgeldumwandlung fehlen der deutschen Rentenversichung Beiträge.

Grundsätzliches

Durchschnittliche Rentenanpassung in den letzten 10 Jahren: West 2,0%, Ost 2,8%
Hinweis zur Berechnung: Die fehlenden Entgeltpunkte ergeben sich aus der Division des Beitrags zur betrieblichen Altersvorsorge durch das durchschnittliche Jahresarbeitsentgelt. Dieses ist in den letzten 15 Jahren jährlich um 1,8% gestiegen (statistischer Mittelwert) und in die Berechnung fest eingearbeitet.

Arbeitgeberzuschuss

Wenn Sie in eine bAV-Versicherung investieren sparen Sie Ihren Sozialversicherungsanteil, aber auch der Arbeitgeber seinen Anteil zur Sozialversicherung. Nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) muß er deshalb 15% der Entgeltumwandlung zusätzlich in den Rentenvertrag einzahlen. Siehe Deutsche Rentenversicherung
Mein Rechner hat die Möglichkeit den Arbeitgeberanteil an- oder abzuwählen. Damit sehen Sie auch die Auswirkungen auf die Rente.

Beispielrechnung

Wenn ein 30-jähriger lediger Arbeitnehmer mit 3000 € Bruttogehalt eine Gehaltsabtretung von 200 € monatlich vereinbart, spart er den anteiligen Rentenversicherungsbeitrag von 18,60 €.
Der Deutschen Rentenversicherung fehlen aber jährlich 2400 € rentenversicherungspflichtiges Einkommen. Daraus resultiert bereits für das Jahr 2022 (Durchschnittseinkommen 38.901 €) ein Verlust von 0,06169 Entgeltpunkten oder 2,22 € Rente.
Bei einer Rentenanpassungen von 2% pro Jahr (Durchschnitt 2009-2019) und der Annahme einer Erhöhung des für die Berechnung maßgeblichen Durchschnittseinkommen um ca. 1,8% pro Jahr ergeben sich 1,731 fehlende Entgeltpunkte nach 37 Jahren. Daraus entsteht ein dauerhafter, monatlicher Rentenverlust von ca. 129 €!

Der errechnete Rentenverlust kann nur ein Schätzwert sein, da Durchschnittseinkommen und die jährliche Rentenanpassung über einen grossen Zeitraum kaum zu kalkulieren sind und die Entgeltumwandlung in vielen Fällen vertragsabhängig an die Gehaltsentwicklung angepasst sein kann.

Angebote von Versicherungen 2022

Einzahlung 200 € monatlich über 37 Jahre!
Einzahlung bis Rentenbeginn: 88.800 €.

  • Allianz Rentenversicherung "KomfortDynamik, Garantieniveau 80%"
    - lebenslang garantierte monatliche Rente 182 €
      (ab 107 Jahren sind Sie in der Gewinnzone ;-)
Mit AG-Zuschuss wurden 200 € in die Allianz RV eingezahlt. Entgeltumwandlung Arbeitnehmer 174 €, Nettoaufwand 97 €. Wegen fehlender Einzahlungen in die DRV entsteht aber ein Rentenverlust von 113 €. Der Versicherungsvertreter wird argumentieren, mit dem monatlichen Einsatz von 97 € erhalten Sie eine garantierte Rente von 182 €!

  • Allianz Rentenzahlung: 182 €
  • Steuern: ?? 
  • Sozialabgaben: 34 €
  • DRV Rentenverlust: 113 €
  • Wert der Rente: 35 €

Werbewirksam wird eine "voraussichtliche" Allianz Rentenzahlung von 441 € auf der Basis einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von 4,5% ausgewiesen.

  • Allianz Rentenzahlung: 441 €
  • Steuern: ?? 
  • Sozialabgaben: 82 €
  • DRV Rentenverlust: 113 €
  • Wert der Rente: 246 €
Nach 37 Jahren und einer mittleren Inflationsrate von 1,3% ist die Kaufkraft 153 €.

Sie zahlen über 37 Jahre monatlich 200 € in die bAV. Siehe Sparrechner. Eine angenommene Wertentwicklung von 4,5% ergibt ein Endkapital von 223.825 €.

Im ersten Verrentungsjahr zahlt der Versicherer Ihnen 441 € x 12 = 5.292 €. Für die verbleibenden 218.533 € hat er aber bei seinem kalkulierten Zins von 4,5% einen Zinsertrag von 9.834 €! Obwohl er Ihnen eine Rente zahlt vermehrt sich das "Endkapital" ... ein super Geschäftsmodell!! Wenn Sie mit 90 Jahren sterben ist die Kasse des Versicherers immer noch gut gefüllt.

Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge? Ja, aber nicht für Sie!

Alternative Sparplan

Der Gehaltsverzicht von monatlich 200 € in der Steuerklasse III ergibt 2022 einen Nettoaufwand von ca. 124 €.
Ohne bAV stünden folglich monatlich 124 € netto für eine konventionelle Geldanlage, z.B. Sparplan, zur Verfügung. Nach 37 Jahren (dann ist der Beispielarbeitnehmer 67) und einem angenommenen Zinssatz von 1% ergibt sich dann mit Berücksichtigung der Abgeltungssteuer eine Nettoansparsumme von 66.586 € auf dem Konto.
Davon könnten bei gleichbleibender Verzinsung über 20 Jahre monatlich 306 € netto zur Lebensverbesserung entnommen werden.
Der monatliche Rentenverlust von 129 € bei der Altersrente entfällt und der Arbeitnehmer hätte bis ins hohe Alter von 87 Jahren monatlich 435 € mehr in der Kasse.

Alternative "Schuhkarton"

Auch wenn Sie die 124 € monatlich in den Schuhkarton legen, haben Sie nach 37 Jahren 55.056 €. Sie können davon 20 Jahre lang monatlich 229 € entnehmen. Der Rentenverlust von 129 € entfällt und Sie haben monatlich 358 € mehr "garantierte Rente" ... steuer- und sozialversicherungsfrei!

Meine Empfehlung

Vergessen Sie nicht bei langfristigen Planungen (Altersvorsorge) die Inflation. Ihr Geld ist z.B. in 37 Jahren nur noch die Hälfte wert. Ein eigenes, schuldenfreies Haus bei Renteneintritt ist die beste Altersvorsorge!!