Betriebliche Altersvorsorge, bAV, Rentenverlust berechnen

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist die Entgeltumwandlung die am häufigsten anzutreffende Finanzierung. Hierbei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Einkommens zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung. Fast jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) bis zu 8% des Betrags der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Durch die fehlenden Einzahlungen in die "Rentenkasse" entsteht später ein dauerhafter monatlicher Rentenverlust!

bAV-Rentenverlust 2021
Ihre Angaben
Monatliche Entgeltumwandlung 
Zeitraum 
Jahre
Rentenanpassung

Arbeitsort

Ihr Ergebnis
Fehlende Einzahlungen bei Verrentung
(gesetzliche Rentenversicherung)

Fehlende Entgeltpunkte

Rentenwert bei Verrentung

Monatlicher Rentenverlust
(gesetzliche Rentenversicherung)

Rahmendaten West / Ost

Bemessungsgrenze Rentenversicherung:
Durchschnittseinkommen:
Rentenwert:
Da die Entgeltumwandlung steuerliche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt (keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben in der Ansparphase), ist diese Variante scheinbar sehr vorteilhaft. Aber lohnt es sich wirklich? Durch die Entgeldumwandlung fehlen der deutschen Rentenversichung Beiträge.

Grundsätzliches

Durchschnittliche Rentenanpassung in den letzten 10 Jahren: West 2,0%, Ost 2,8%
Hinweis zur Berechnung: Die fehlenden Entgeltpunkte ergeben sich aus der Division des Beitrags zur betrieblichen Altersvorsorge durch das durchschnittliche Jahresarbeitsentgelt. Dieses ist in den letzten 15 Jahren jährlich um 1,8% gestiegen (statistischer Mittelwert) und in die Berechnung fest eingearbeitet.

Beispiel

Wenn ein 30-jähriger Arbeitnehmer mit 3000 € Bruttogehalt eine Gehaltsabtretung von 200 € monatlich vereinbart, spart er den anteiligen Rentenversicherungsbeitrag von 18,60 €.
Der Deutschen Rentenversicherung fehlen aber jährlich 2400 € rentenversicherungspflichtiges Einkommen. Daraus resultiert bereits für das Jahr 2019 (Durchschnittseinkommen 38.901 €) ein Verlust von 0,06169 Entgeltpunkten oder 2 € Rente. Bei einer Rentenanpassungen von 2% pro Jahr (Durchschnitt 2009-2019) und der Annahme einer Erhöhung des für die Berechnung maßgeblichen Durchschnittseinkommen um ca. 1,8% pro Jahr ergeben sich 1,731 fehlende Entgeltpunkte nach 37 Jahren. Daraus entsteht ein dauerhafter, monatlicher Rentenverlust von ca. 119 €!

Der errechnete Rentenverlust kann nur ein Schätzwert sein, da Durchschnittseinkommen und die jährliche Rentenanpassung über einen grossen Zeitraum kaum zu kalkulieren sind und die Entgeltumwandlung in vielen Fällen vertragsabhängig an die Gehaltsentwicklung angepasst sein kann.

Angebote von Versicherungen 2019

Einzahlung 200 € monatlich über 37 Jahre!
Einzahlung bis Rentenbeginn: 88.800 €.

Was gerne vergessen wird ... Ihre 200 € haben heute logischerweise eine Kaufkraft von 200 €. Die Kaufkraft verringert sich von Jahr zu Jahr. In Klammern finden Sie den Wert Ihrer Zusatzrente nach 37 Jahren. (Inflationsrate 1,3%, statistischer Mittelwert der letzten 10 Jahre).

  • Allianz Rentenversicherung "KomfortDynamik"
    - lebenslang garantierte monatliche Rente 208 € (129 €)
      (ab 102 Jahren sind Sie in der Gewinnzone ;-)
    - oder Kapitalauszahlung bei Rentenbeginn: 71.040 €. Verlust 17.760 €!

  • HUK Rentenversicherung "Premiumrente, risikoscheu"
    - lebenslang garantierte monatliche Rente 204 € (126 €)
      (ab 103 Jahren sind Sie in der Gewinnzone ;-)
    - oder Kapitalauszahlung bei Rentenbeginn: 79.920 € Verlust 8.880 €!
Werbewirksam werden "voraussichtliche" Renten von 603 € (HUK) und 654 € (Allianz) auf der Basis einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von 4,5-6% ausgewiesen.

Brauchen Sie eine private Vorsorge?

Meine Faustformel für die Rente der deutschen Rentenversicherung zur Orientierung!

Rente = Jahre x Monatsgehalt / 100

Sie haben 40 Jahre gearbeitet und ein mittleres, rentenversicherungspflichtiges Einkommen von 3000 € gehabt. Ihre Bruttorente wird ca. 1200 € betragen. Netto bleiben Ihnen 1070 €. Wenn Sie Ihre Miet-und Heizkosten dagegen rechnen, wird es eng!

Sie müssen privat vorsorgen oder eine bezahlte Immobilie bei Renteneintritt haben. Die Phantasiezahlen der Versicherer (Gewinnerwartungen) sind keine Basis für eine verlässliche Lebensplanung!

Alternative Sparplan

Der Gehaltsverzicht von monatlich 200 € in der Steuerklasse III ergibt 2020 einen Nettoaufwand von ca. 122 €.
Betriebliche Altersvorsorge, Nettoaufwand berechnen

Ohne bAV stünden folglich monatlich 122 € netto für eine konventionelle Geldanlage, z.B. Sparplan, zur Verfügung. Nach 37 Jahren (dann ist der Beispielarbeitnehmer 67) und einem angenommenen Zinssatz von 1% ergibt sich dann mit Berücksichtigung der Abgeltungssteuer eine Nettoansparsumme von 65.512 € auf dem Konto.
Sparrechner, regelmäßige monatliche Einzahlungen

Davon könnten bei gleichbleibender Verzinsung über 20 Jahre monatlich 301 € netto zur Lebensverbesserung entnommen werden.
Entnahmeplan, Entnahmebetrag über 20 Jahre

Der monatliche Rentenverlust von 119 € bei der Altersrente entfällt und der Arbeitnehmer hätte bis ins hohe Alter von 87 Jahren monatlich 420 € mehr in der Kasse.

Bei einer konventionellen Geldanlage zur Altersabsicherung können Sie jederzeit zum Anbieter mit den besseren Konditionen wechseln, haben im Notfall immer Zugriff ohne Verluste, zahlen auf das entnommene Geld im Alter keine Steuern und Sozialabgaben und machen sogar noch Ihren Erben ein Geschenk, wenn Sie das Kapital nicht aufgebraucht haben ... den Versicherungsanbietern machen Sie mit der Entscheidung natürlich keine Freude!

Auch wenn Sie die 122 € monatlich in den Schuhkarton legen, haben Sie nach 37 Jahren 54.168 €. Sie können davon 20 Jahre lang monatlich 225 € entnehmen. Der Rentenverlust von 119 € entfällt und Sie haben monatlich 344 € mehr "garantierte Rente"!

Betriebliche Altersvorsorge, Sicherheit

Die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge können mitgenommen werden wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechselt. Auch bleibt das investierte Geld bei Bezug von Arbeitslosengeld II unangetastet.

Bei der Direktzusage gibt es zwei Auszahlungsmöglichkeiten. Je nach Vereinbarung kann es eine lebenslange Rente oder eine einmalige Zahlung sein. Prüfen Sie mit realistischen Annahmen welche Version für Sie günstiger ist. Falls Ihr Arbeitgeber insolvent wird, übernimmt der Pensionssicherungsverein (PSV) die Zahlungsverpflichtung.

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