BAV, Rentenverlust

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge ist die Entgeltumwandlung die am häufigsten anzutreffende Finanzierung. Hierbei verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Einkommens zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung. Fast jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) bis zu 4% des Betrags der Beitragsbemessungsgrenze (West) in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Durch die fehlenden Einzahlungen in die "Rentenkasse" entsteht später ein dauerhafter monatlicher Rentenverlust.

Ihre Angaben
Monatliche Entgeltumwandlung 

Zeitraum 

Rentenanpassung


Ihr Ergebnis
Monatlicher Rentenverlust


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Rahmendaten West

Durchschnittliches Jahresarbeitsentgelt:
Bemessungsgrenze Rentenversicherung:
Rentenwert:

Da die Entgeltumwandlung steuerliche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringt (keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben in der Ansparphase), ist diese Variante scheinbar sehr vorteilhaft. Aber lohnt es sich wirklich?


Beispiel

Wenn z.B. ein 35-jähriger Arbeitnehmer mit 3000 € Bruttogehalt eine Gehaltsabtretung von 200 € monatlich vereinbart, spart er den anteiligen Rentenversicherungsbeitrag. Es fehlen dadurch aber auch jährlich 2400 € Einzahlung in die Rentenkasse. Daraus resultiert bereits für das Jahr 2017 ein Verlust von 0,0647 Rentenpunkten oder 2 € Rente. Bei moderaten Rentenanpassungen (1,1% pro Jahr) und der Annahme einer Erhöhung des für die Berechnung maßgeblichen Durchschnittseinkommens von ca. 2% pro Jahr ergeben sich 2,03 fehlende Rentenpunkte nach 32 Jahren. Daraus entsteht ein Rentenverlust von ca. 90 € brutto!

Der errechnete Rentenverlust kann nur ein Schätzwert sein, da Durchschnittseinkommen und die jährliche Rentenanpassung über einen grossen Zeitraum kaum zu kalkulieren sind und die Entgeltumwandlung in vielen Fällen vertragsabhängig an die Gehaltsentwicklung anpasst sein kann.


Alternative Sparplan

Der Gehaltsverzicht von monatlich 200 € in der Steuerklasse III ergibt 2017 einen Nettoverlust von ca. 104 €.

Wer auf diese Form der Altersvorsorge verzichtet hat 104 € monatlich für eine konventionelle Kapitalanlage zur Verfügung.
Nach 32 Jahren (dann ist der Beispielarbeitnehmer 67) und einem angenommenen Zinssatz von 2,5% ergibt sich mit Berücksichtigung der Abgeltungssteuer eine Nettoansparsumme von 60.000 €. Aus diesem Kapital können über 15 Jahre monatlich 400 € zur Lebensverbesserung abgezogen werden. Der Rentenverlust durch BAV-Zahlungen entfällt bei der Altersrente.

Bei einer konventionellen Geldanlage zur Altersabsicherung können Sie jederzeit zum Anbieter mit den besseren Konditionen wechseln, haben im Notfall immer Zugriff ohne Verluste, zahlen auf das entnommene Geld im Alter keine Steuern und Sozialabgaben und machen sogar noch Ihren Erben ein Geschenk, wenn Sie das Kapital nicht aufgebraucht haben ... den Versicherungsanbietern machen Sie mit der Entscheidung natürlich keine Freude!

Vergleichen Sie das Angebot des Versicherers (nur das garantierte Ergebnis zählt) mit diesem Ansatz. Die Rente aus der Direktversicherung muss versteuert werden und auch Kranken-und Pflegeversicherung fallen im vollen Umfang an!


Betriebliche Altersvorsorge, Sicherheit

Die Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge können mitgenommen werden wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechselt. Auch bleibt das investierte Geld bei Bezug von Arbeitslosengeld II unangetastet.

Bei der Direktzusage gibt es zwei Auszahlungsmöglichkeiten. Je nach Vereinbarung kann es eine lebenslange Rente oder eine einmalige Zahlung sein. Prüfen Sie mit realistischen Annahmen welche Version für Sie günstiger ist. Falls Ihr Arbeitgeber insolvent wird, übernimmt der Pensionssicherungsverein (PSV) die Zahlungsverpflichtung.


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